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- In den vergangenen etwa zehn Jahren hat es sich Nick DiSalvo schön in Berlin eingerichtet, sein "home away from home". Hier lebt er mit seiner Frau Giulia Piras (The Dharma Chain), hier sind mittlerweile drei Viertel seiner Prog-Metal-Band Elder ansässig und die vielen kreativen Köpfe, die DiSalvo hinter seinem krautigen Projekt Delving und den nicht weniger krautigen Weite versammelt, und die sich auch um Artworks, Fotos und die Produktion kümmern.
DiSalvo kommt 1989 in Ann Arbor, Michigan zur Welt, wächst in Portland, Seattle und schließlich in der Nähe von Boston auf.
Aber er ist abenteuerlustig, verbringt einen Schüleraustausch in Deutschland, studiert und arbeitet in Freiburg und Essen. Parallel gründet er mit 17, also 2006, die Band Elder. Damals noch angesiedelt zwischen Doom, Stoner und Sludge. Spätestens auf dem dritten Album "Lore" (2015) gewinnt die Musik seiner Band eine neue Dimension.
Mittlerweile spielen Elder auf großen Bühnen, headlinen einschlägige Festivals und gehen für Tool als Support in Nordamerika auf Tour. Immerhin sind Schlagzeuger Danny Carey und seine Frau große Elder-Fans.
Sozialisiert wurde DiSalvo aber erstmal mit Punk und Hardcore durch seinen älteren Bruder. Er spielt mit elf erstmal Schlagzeug. Bei Elder wird er Sänger und Gitarrist - und längst hat er sich auch mit (analogen) Synthesizern auseinandergesetzt.
Aber vorher waren zunächst Manowar angesagt, die er als junger Teen zusammen mit Jack Donovan - Bassist von Elder - live gesehen hat. "Ich bin bei Metal von einem Genre zum nächsten gesprungen, bin immer extremer geworden", sagt Nick DiSalvo im zweistündigen Gespräch für "Der Soundtrack meines Lebens".
Darin berichtet er, warum er ausgewandert ist, wie es ist, mit Tool durch große Arenen zu touren, dass bei ihm in den 00er Jahren auch Aphex Twin, Red Snapper und Squarepusher auf dem Plattenteller rotieren und warum er Dungen so schätzt.
Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information. - New York hat Kim Gordon, Montreal hat Melissa Auf der Maur: Berlin hat Heike Rädeker. Seit den frühen 90ern wandelt sie zwischen Indie und Alternative, Shoegaze und Noiserock. Zuerst mit dem Trio 18th Dye, später mit Evonike, Levent, Metal Ghost, Wuhling, 2 By Bukowski und gegenwärtig mit Voodoo Beach.
Manchmal auch als Kooperationspartnerin oder helfende Hand bei The Brian Jonestown Massacre, Mondo Fumatore und momentan als Elternzeitvertretung bei 24/7 Diva Heaven.
Rädekers Leben ist von Anfang an vom Wandel bestimmt. Mit vier zieht sie mit ihren Eltern 1973 von Dortmund nach Santiago de Chile, wo sie zur Schule geht, bis die Eltern sich trennen. Mit ihrer Mama geht es zu den Großeltern nach Dänemark, wo sie bald auf die passenden Freunde stößt, mit denen sie am Ende in einer Band ist.
18th Dye werden gar vom US-Indie Matador gesignt, nehmen mit dem legendären Produzenten Steve Albini (Nirvanas "In Utero") auf und gleich mehrere Sessions für BBC-DJ-Ikone John Peel. Rädeker überzeugt nebenbei in der Audition als Live-Bassistin für The Jesus And Mary Chain, muss wegen eigener Bandpläne allerdings absagen.
Als sie in Berlin sesshaft wird, bereichert sie fortan die dortige Indie- und DIY-Szene - kommt mit Booking-Agent Dirq Niemann zusammen, wird Mutter und verkauft eine Weile dänisches Mobiliar. Mittlerweile hat sie mit Guitar Repairs einen eigenen Shop, in dem die Super-Nerdin kaputtes Instrumentarium wieder flott macht. Ihr Gesellinnenstück ist ihr einzigartiger, sechssaitiger Custom-Bass.
Was den auszeichnet ist nur eine von vielen Geschichten und Anekdoten, von denen Rädeker berichten kann, denn sie hat das Musik-Business von diversen Seiten einmal durchgespielt und ist, man muss es so sagen, zu einer verdammten Legende geworden.
Eine geerdete, immer gut gekleidet, immer mit einer Story auf den Lippen. Viele, teils erstaunliche, lustige werden in gut zweieinhalb Stunden im Podcast "Der Soundtrack meines Lebens" ausgebreitet.
Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information. - Zeitlich hat es diesmal nicht gepasst, dass Ben Gibbard einen Hausbesuch macht. Deshalb findet das Treffen im Whiskey Room des Michelberger Hotels statt.
Auch ist der Zeitraum limitiert - aber er reicht, um quer durch Gibbards bewegtes Indie-Leben zu reisen. Für den Pressetag in Berlin für das aktuelle Death Cab For Cutie Album "I Built A Tower" hat er sich extra ein T-Shirt der revolutionären Krautrock-Band Neu! angezogen. Er liebt deren Motorik-Beat, der für ihn auch ein guter Rhythmusgeber beim Laufen ist - denn Gibbard ist in den vergangenen Jahren zum Ultramarathon- und Trail-Runner geworden.
Zwar wird Gibbard 1976 in Bremerton, Washington geboren, da sein Dad bei der US-Navy ist, zieht die Familie in seiner Kindheit jedoch oft um. Erst Ende der 80er werden die Gibbards in Washington State sesshaft.
Als Gibbard nach der High School Umweltwissenschaften studiert, beginnt er parallel in ersten Bands zu spielen. 1996/97 nimmt er erste Songs für ein Demo-Tape namens „You Can Play These Songs With Chords“ auf. Er tauft das Projekt Death Cab For Cutie. 30 Jahre später gibt es das Projekt immer noch – als Band mit nun elf Alben in der Discografie.
In der Indie-und Emo-Szene stößt er damit auf viel Wohlwollen, enorm populär werden 2003 auch The Postal Service, das Indietronic-Projekt, das er mit Jimmy Tamborello betreibt.
Im Podcast "Der Soundtrack meines Lebens" erfahren wir, dass die Weilheimer The Notwist durchaus ihren Einfluss auf The Postal Service hatten. Gibbard berichtet von seinem ersten Konzert - ein Festival des Labels Sub Pop, bei dem etwa Earth auftreten. Außerdem nutzt Gibbard die Chance, um über sein Lieblingsalbum "Bandwagonesque" der Schotten Teenage Fanclub zu referieren. Das hat er schließlich 2017 in Gänze gecovert. Außerdem klären wir, wie es dazu gekommen ist, dass The Postal Service einst die Phil-Collins-Hymne "Against All Odds" ("Take a look at me now!") gecovert haben.
Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information. - Der José González, den man in den 90er Jahren auf den Bühnen schwedischer AZs und Kellerclubs erleben kann, hat nichts mit dem sanftmütigen Singer/Songwriter gemein, der vor über 20 Jahren zu weltweiter Bekanntheit kommt.
González ist der Sohn politisch motivierter Argentinier, die nach dem argentinischen Staatsstreich 1976 nach Brasilien fliehen und von dort nach Göteborg umsiedeln. Dort kommt González 1978 zur Welt.
Das politische Erbe seiner Eltern trägt er weiter in Hardcore-Punk-Bands wie Back Against The Wall und Renascence. Sein Ausflug als Bassist in der Emo-Band Only If You Call Me Jonathan verläuft parallel zu seinem Studium der Molekularbiologie. Den Weg zum Doktor bricht der Biochemiker jedoch ab, um sich erstmal ganz der Musik zu widmen.
Mit Schulfreunden entsteht die Band Junip, die mit Elementen aus Folk, Psych und Krautrock operiert. Gleichzeitig probiert es González solo. Seine erste 7" erscheint 2001, das erste Album "Veneer" 2003. Er klingt darauf wie kein anderer Singer/Songwriter, sondern inszeniert seine kleinen, magischen Songs immer ein wenig übersteuert, unmittelbar und doch ein wenig entrückt.
Ein TV-Spot, in dem seine Cover-Version des Elektropop-Songs "Heartbeats" von The Knife zu hören ist, stößt die Tür weit auf. Er wird, so unaufdringlich er auch rüberkommt, zum Star einer neuen Folk-Generation. Seitdem hat Gonzáles vier weitere Soloalben veröffentlicht – das aktuelle heißt "Against The Dying Of The Light".
Im Podcast „Der Soundtrack Meines Lebens“ erfahren wir mehr über die Bands seiner Jugend, wie es als Support für Refused war, dass sein liebstes Hardcore-Album "Scratch The Surface" von Sick Of It All ist. Er berichtet über seine Vorlieben in Sachen Latin-Folk und -Pop, seine lange Freundschaft mit Elias Araya, mit dem er seit Jugendtagen und bis zu Junip zusammenarbeitet, warum er so gerne artfremde (Pop-)Songs covert und wie er auf dem Zero-7-Album "The Garden" gelandet ist.
Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information. - Vielleicht schreibt Johanna Platow ja eines Tages eine Biografie über ihr bewegtes Leben, das sie schon in die unterschiedlichsten Winkel der Welt gespült hat.
1979 wird sie in Ostberlin geboren, 1985 macht die Familie rüber nach Westberlin. Da ist Madonna noch angesagt. Mit 14 sieht sie Danzig im Huxleys mit ihrem Metal-Freund. Ab da stehen die Pforten zur Hölle offen.
Das Praktikum in der mystischen Buchhandlung in Schöneberg speist sie mit Wissen. Das halbe Jahr als Au-pair verbringt sie im norwegischen Bergen: weil sie Black Metal liebt. Sie wird Buchhändlerin, taucht mit Anfang 20 immer regelmäßiger als Sängerin auf Metal-Platten im Berliner Untergrund auf.
2005 kommt der Bruch. Sie geht für einige Jahre nach Los Angeles, arbeitet in der Filmproduktion, Event-Management und mit Musik, und wird Mutter eines Sohnes, der sie längst zur Oma gemacht hat.
Zurück in Berlin ruft sie 2009 den "Kill Em All Club" ins Leben, eine Metal-Party-Reihe. Sie arbeitet im Plattenladen Dodo Beach und zieht nach London. Dort arbeitet sie nicht nur bei Rise Above, sondern veröffentlicht dort auch mit ihrer Heavy-Metal-Band The Oath. Die Band ist nur von kurzer Dauer und wird 2015 von Lucifer abgelöst. Fünf Alben entstehen zwischen 2015 und 2024 zwischen London, Stockholm und Berlin, mit immer wieder wechselndem, illustrem Line-up.
Stockholm ist ab 2017 ohnehin ihr Lebensmittelpunkt, nachdem sie Hellacopters-Kopf Nicke Andersson heiratet. Auch das Kapitel ist mittlerweile geschlossen. Dafür sind Lucifer neu besetzt (u.a. mit Kevin Kuhn von Die Nerven am Schlagzeug).
Im Gespräch, Platow nennt es Verhör, weil sie Dinge ausbreitet, die sie angeblich noch nie zuvor im Interview erzählt hat, berichtet sie von ihrem Ost-Punk-Bruder, von diversen Bands, bei denen sie mitgemacht hat, von ihrer Liebe zu Coven, Pentagram, Blue Öyster Cult und wie sie im Bühnenoutfit über ein Festivalgelände gerannt ist, um Danzig live zu sehen.
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Acerca de Der Soundtrack meines Lebens
VISIONS-Redakteur Jan Schwarzkamp nimmt den Hörer mit auf eine Reise durch das musikalische Leben seiner Gäste. Die fällt mal nerdig, mal erhellend und immer persönlich aus. Ein Austausch zu Popkultur im Allgemeinen und ein Blick auf das Leben unserer Gäste durch die Linse der Musik im Speziellen. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
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