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- Wenn der Name Justus Hütter fällt, ist nicht gleich klar, um wen es geht. Ist jedoch von Juse Ju die Rede, dann wissen Menschen, die sich für deutschsprachigen Rap interessieren, sofort Bescheid.
Der gebürtige Schwabe - Jahrgang 1982 - kommt Mitte der 90er mit HipHop auf Deutsch in Berührung und beginnt bald selbst zu texten, zu rappen, zu batteln.
Mittlerweile hat er sieben Alben veröffentlicht. Sein achtes, "In jenen Tagen", kommt am 4. Dezember. Darauf schaut nicht nur Wolf Biermann vorbei, sondern auch seine guten Rap-Buddies Fatoni und Edgar Wasser. Mit ersterem ist Juse seit einem Battle in München dicke.
Das ist eine der Geschichten, die im Podcast "Der Soundtrack meines Lebens" ausgebreitet wird. Aber in rekordverdächtigen fast vier Stunden kommen eine ganze Menge dazu. Juse hat viel zu erzählen.
Von seinem Leben als Schüler in Tokio, einem Schüleraustausch in El Paso, Texas und seiner Heimat im baden-württembergischen Kirchheim unter Teck.
Da geht es um den legendären Tower Records Store in Shibuya - einem Stadtteil von Tokio, dem Juse sein Album "Shibuya Crossing" 2018 gewidmet hat. Aber auch, welchen Eindruck das Album "Kopfnicker" der Stuttgarter HipHop-Crew Massive Töne auf ihn gemacht hat.
Doch er macht auch klar, dass es mehr für ihn gibt als Rap. Er hört auch Punk, Metal, Grunge. Und die Songs von Liedermachern wie Reinhard Mey und Wolf Biermann, die sein Vater gehört hat, haben sich tief in seine DNA eingeschrieben.
2011 kommt Juse dann nach Berlin und landet bald bei der Jugendwelle Radio Fritz vom rbb, wo er seit 2013 die Deutschrap-Sendung "Rap in D" moderiert und kuratiert. Er ist also selbst Gastgeber, Interviewer und vor allem gnadenloser Kenner, was im Deutschrap geht. Ein langer Weg von seinem ersten Lieblingslied "Me, Myself And I" von De La Soul.
Über all das und vieles mehr unterhalten sich Juse Ju und Gastgeber Jan Schwarzkamp ausführlichst.
Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information. - Tom Morello ist auf Festival-Tour durch Europa. Dazwischen ist Platz für ein paar Clubshows, so am 8. Juni im Berliner SO36. Zu dem Zeitpunkt arbeitet Morello nachts im Hotel noch am Mix für sein viertes Soloalbum "Everyone Gets Everything They Want".
Zur Ikone geworden ist Morello als Gitarrist von Rage Against The Machine. Er hat gut daran getan, seine "Hard-Fusion"-Vorgängerband Lock Up hinter sich zu lassen.
Zu dem Zeitpunkt lebt er bereits in Los Angeles. Dabei kommt Morello 1964 im Stadtteil Harlem in New York zur Welt. Seine Mutter, eine Lehrerin, hat italienische Wurzeln, daher der Nachname. Sein Vater ist kenianischer Botschafter in den USA. Morello wird als Einzelkind früh durch seine Eltern politisiert.
Zeitgleich verliebt er sich in Hardrock, Metal und Punk, beginnt, Gitarre zu spielen. In seiner Zeit an der Harvard University, wo er Politikwissenschaften studiert, spielt er parallel in der Uni-Band.
Der Rest ist Geschichte: Mit Lock Up veröffentlicht er die Platte "Something Bitchin' This Way Comes", vier überragende mit R.A.T.M. und drei mit Audioslave mit Soundgarden-Sänger Chris Cornell. Als The Nightwatchman erfindet Morello ein Alterego mit Akustikgitarre und lebt seine Liebe zum Protestsong aus. Mit Rapper Boots Riley gründet er den Street Sweeper Social Club, er wird Teil von Bruce Springsteens E Street Band, gründet die Supergroup Prophets Of Rage und veröffentlicht seit 2018 regelmäßig Soloalben, die gespickt sind mit dem Who-is-Who der Musikwelt.
Im Podcast "Der Soundtrack meines Lebens" klärt Morello fokussiert und aufgeweckt darüber auf, dass ihn sein Freund Flea erst darauf hingewiesen hat, dass ihn "Bombtrack" an "Alice In My Fantasies" von Funkadelic erinnert. Und warum er Judas Priest so sehr liebt, dass er die Doku "The Ballad Of Judas Priest" gedreht hat. Außerdem gibt es Klarheit, warum aus dem Track von R.A.T.M. mit den befreundeten Tool für den "Judgment Night"-Soundtrack nichts geworden ist.
Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information. - Reinhold Heil warnt vorab, dass man ihn gelegentlich ausbremsen müsse. Sein ADHS sorgt dafür, dass er sich im Gespräch sonst nicht zurücknimmt. Aber: Er muss nicht gebremst werden, denn "Der Soundtrack meines Lebens" ist auch dafür da, ausschweifend Einblick ins musikalische Leben seiner Gäste zu geben.
Das von Heil ist ein ungemein eklektisches. 1954 kommt er im hessischen Schlüchtern zur Welt. Als Schüler entdeckt er das Klavier, dann, Ende der 60er neu und teuer, die Hammond-Orgel. Seine lässt er modifizieren.
Durch Vaters Elektrogeschäft hat er Zugang zu den neuesten Platten. Seine erste: "Open" von Julie Driscoll & Brian Auger.
Kirchliche Orgelmusik wird von Prog- und Art-Rock abgelöst. 1973 geht er nach Berlin. Er will Diplom-Tonmeister werden, macht weiterhin Musik als Keyboarder der Jazzrock-Band Bakmak.
Dann landet er Ende der 70er in der Nina Hagen Band, die nahtlos zu Spliff wird. Für die schreibt er für das essenzielle NDW-Album "85555" den großen Hit "Carbonara", und alle: "e una Coca Cola".
Als Tonmeister agiert er aber nicht nur auf der Bühne, sondern auch hinter den Kulissen: im Studio. Er arbeitet mit Nena, Rio Reiser, Marianne Rosenberg, Rainbirds und Falco, prägt auch so die NDW mit.
Mit seiner Partnerin Rosa Precht macht er als Cosa Rosa Musik, bis zu ihrem Tode. Eine schwere Phase für Heil, der 1997 Deutschland gen Santa Barbara verlässt, wo er ein neues Studio aufbaut.
Ab jetzt kümmert er sich vermehrt um Soundtrack-Arbeiten, gerne im Verbund mit Johnny Klimek und Tom Tykwer. Zusammen entsteht etwa die Musik zum 90s-Kracher "Lola rennt". Einen Grimme Preis bekommt er 2016 für "Deutschland 83".
Im Gespräch klärt Heil darüber auf, warum "Taxi Driver" von Bernhard Herrmann, "Alien" von Jerry Goldsmith und "Blade Runner" von Vangelis seine liebsten Soundtracks sind. Außerdem erfahren wir, warum mit "The Electric Heidiland“ 30 Jahre nach seinem Entstehen endlich sein erstes Soloalbum erscheint.
Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information. - Er gilt als schwierig im Interview. Dabei ist J Mascis einfach nur der entspannteste aller Interviewpartner.
Unprätentiös reflektiert er nicht andauernd seine Kunst oder sich selbst. Deshalb gibt es von ihm gelegentlich die Antwort: "I never thought about that." Doch stellt man Mascis spezifische Fragen, idealerweise zu Musik, Lieblingsbands und Gitarren, weist er sich als ausgemachter Nerd aus. Einer, der an einem heißen Juni-Tag in einem kühlen Kellerraum in Redelaune ist, ja; vielleicht ist dieses Interview mit knapp über 100 Minuten sein längstes.
Mascis ist auf PR-Besuch in seiner zweiten Heimat Berlin-Kreuzberg. Seine Band Dinosaur Jr. hat das 13. Album "There Near" in den Startlöchern.
Bevor er dank dieser Band an die ungewöhnliche Position eines waschechten Indierock-Gitarrenhelden aufsteigt, spielt er Schlagzeug in der Hardcore-Band Deep Wound. Die gründet der Sohn eines singenden Zahnarztes mit italienischen Wurzeln Anfang der 80er in seiner Heimat Amherst, Massachusetts.
Als die Teenager-Band nach zwei Jahren zerbricht, machen Bassist Lou Barlow und Mascis als Dinosaur weiter. Mascis wechselt an die Gitarre, schreibt Songs, die alles vereinen, was er liebt: Hardcore, Punk, Country, Metal. Eine eigenständige wie eigenartige Band, die in der Folge den US-Underground und die 90s-Alternative-Generation maßgeblich prägt.
Schon als Kind ist Mascis vernarrt in die Beatles und die Beach Boys. 1996 erweist er mit dem Song "Take A Run At The Sun" Brian Wilson seine Reminiszenz.
Dabei sind die Rolling Stones seine liebste Band, ever. Und für die vielleicht beste 7-Inch hält er die eine, die die Sonic's Rendezvous Band veröffentlicht hat.
Im Podcast redet Mascis auch darüber, warum Dinosaur Jr. einst The Cures Pop-Hit "Just Like Heaven" covern, und der Song so abrupt abbricht. Es geht um Noise und Lautstärke, aber auch um seine zarten Coverversionen von Elyse Weinberg und Mazzy Star.
Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information. - Finian Greenall besitzt in Sachen Musik die sieben Leben einer Katze. Kein Gast in "Der Soundtrack meines Lebens" hat das Business aus derart vielen Perspektiven heraus betrachtet.
Greenall kommt 1972 in Cornwall zur Welt, wächst im Bristol der 80er auf. Seine Eltern sind Folkies, Live-Musik im heimischen Wohnzimmer keine Seltenheit. Das übt Einfluss auf Greenall aus.
Aber als Teenager interessiert ihn die Skate- und HipHop-Kultur dann doch mehr. Vor allem elektronische Musik. In Bristol ist er da gut aufgehoben, wird Teil der Rave-Kultur, ist beim Heyday von TripHop und Drum'n'Bass dabei und versucht sich bald mit erstem Equipment selbst als Musiker.
Mehr schlecht als recht, findet Greenall heute. Aber er hat Glück, wird von einem Londoner Label gesignt. In die große Metropole zieht er nach dem Studium in Leeds Mitte der 90er. Er arbeitet fortan nicht nur als DJ, Remixer und Produzent, sondern auch für verschiedene Labels - Source, Virgin, Def Jam, Sony... Im Gespräch berichtet er davon, wie er DJs bemustert und mit Plattenläden kooperiert, aber auch, was sich in den 00er Jahren ändert.
1998 taucht Greenall erstmals als Fink auf "Ninja Cuts: Funkungfusion" auf - einer Compilation des renommierten Electro-Labels Ninja Tune, mit dem er gute anderthalb Jahrzehnte eine fruchtbare Partnerschaft eingeht.
Und dass, obwohl sich Fink um 2005 herum musikalisch ganz neu aufstellt - mit "acoustic soul", einer Folk-Spielart, in der Soul, Jazz und Blues durchschimmern. Sein Projekt Fink hat er bereits in diverse Formen durchdekliniert - von Remixen bis Orchesterbegleitung.
Mit "The City Is Coming To Erase It All" ist Anfang Juni sein neuntes Studioalbum erschienen. Studioalbum muss man dazusagen, da Fink noch mal fast ein Dutzend Live-, Instrumental- und Session-Platten veröffentlicht hat.
Über all seine Abenteuer, das Erlebte und sein Leben in Berlin berichtet Greenall ausführlich in über drei Stunden.
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Acerca de Der Soundtrack meines Lebens
VISIONS-Redakteur Jan Schwarzkamp nimmt den Hörer mit auf eine Reise durch das musikalische Leben seiner Gäste. Die fällt mal nerdig, mal erhellend und immer persönlich aus. Ein Austausch zu Popkultur im Allgemeinen und ein Blick auf das Leben unserer Gäste durch die Linse der Musik im Speziellen. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
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