Immer wieder haben Sie, liebe Hörerinnen und Hörer, uns in den
vergangenen Monaten gebeten, mal ein "Politikteil" über uns selbst zu
machen, über die Rolle der Medien in der politischen Dauerkrise, die wir
gerade erleben. Sie haben geschrieben: "Reflektiert mal euren eigenen
Anteil am Aufstieg der AfD! An der Daueraufgeregtheit des Diskurses!
Warum sprecht ihr dauernd über Trump und die AfD, warum kommen Themen
aus Afrika oder Südostasien fast nie vor? Ihr seid viel zu
proisraelisch," sagten die einen, "Ihr seid viel zu propalästinensisch,"
die anderen.
Über alle diese Fragen, Vorwürfe, Anregungen sprechen wir diese Woche
in "Das Politikteil", dem politischen Podcast der ZEIT, mit einem der
klügsten und einflussreichsten Beobachter der Branche: Zu Gast bei Tina
Hildebrandt und Heinrich Wefing ist Christoph Kucklick, bis vor Kurzem
Leiter der Henri-Nannen-Schule in Hamburg. Kucklick ist Soziologe, er
hat für für "GEO", "Stern", die ZEIT und andere geschrieben, und war
unter anderem fünf Jahre lang Chefredakteur von "GEO". Sein Buch „Die
granulare Gesellschaft. Wie das Digitale unsere Wirklichkeit auflöst“
stand mehrfach auf der Bestenliste von SZ und NDR.
Kucklick erklärt, warum junge Menschen, die Journalisten und
Journalistinnen werden wollen, politisch meist etwas links der Mitte
stehen. Er warnt zugleich davor, den Medien allzu viel Macht im Diskurs
zuzutrauen: "Die Medien haben auf die Bildung von politischen Meinungen
weniger Einfluss als wir es gern hätten." Und er sagt: "Wenn wir morgen
Social Media verbieten, würde sich am Zuspruch für die AfD gar nichts
ändern."
Zugleich warnt Kucklick vor allzu starker Regulierung. In der Debatte um
die umstrittenen Äußerungen des schleswig-holsteinischen
Ministerpräsidenten Daniel Günther, der eine stärkere Regulierung von
Medien gefordert hatte, ist Kucklick sehr deutlich. Er sagt: "Die
einzige Antwort auf die Frage nach Zensur muss Nein sein."
Ausführlich diskutieren die Hosts auch die strukturellen Veränderungen,
mit denen die Medienbranche kämpft. Kucklick sagt: "Wir erleben eine
fundamentale Veränderung im Journalismus – Leserfinanzierung macht den
Journalismus zugespitzter und polarisierter." Und mit dem Aufstieg von
Audio und Video sieht er "einen zivilisatorischen Schwenk: Wir bewegen
uns weg von einer schriftbasierten gesellschaftlichen Wissensbasis.“
Dennoch ist Kucklick optimistisch: "Wir haben das beste Mediensystem,
das diese Welt je gesehen hat."
Im Podcast "Das Politikteil" sprechen wir jede Woche über das, was die
Politik beschäftigt, erklären die Hintergründe, diskutieren die
Zusammenhänge. Immer freitags, mit zwei Moderatoren, einem Gast – und
einem Geräusch. Im Wechsel sind als Gastgeber Tina Hildebrandt und
Heinrich Wefing oder Ileana Grabitz und Peter Dausend zu hören.
Igor Levit in "Das Politikteil": Am 27. Januar gehen Tina und Heinrich
in die Oper und sprechen in der Berliner Staatsoper Unter den Linden
live mit dem weltberühmten Pianisten Igor Levit über den schwierigen
Begriff Heimat: Was heißt es, dazuzugehören? Wo fühlt Levit sich zu
Hause?
Karten sind im Verkauf der Berliner Staatsoper und unter diesem Link
erhältlich.
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Politikteil nur noch exklusiv mit einem Digitalabo der ZEIT zu hören –
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