Als Kind mochte Lara Rüter Affen nicht besonders. Zu laut, zu unberechenbar, zu stinkig. Heute hat der Geruch im Affenhaus - eine Melange aus Moder, Mist und Moschus - eine beruhigende Wirkung auf sie. "Es macht körperlich etwas mit mir, etwas Schönes", erzählt die Lyrikerin.
Mit "Affenliebe" hat Lara Rüter bei Hanser einen Text veröffentlicht, der erstaunlich viel zusammenbringt: Es ist eine Geschichte über wilde Tiere und das Menschsein, über eine Abtreibung, den Tod, Trauer, die eigene Herkunft und immer wieder über Scham. Im Gespräch mit Andrea Schwyzer spricht die Mittdreißigerin über die Wirkmacht von Sprache und den befreienden Prozess des Schreibens. Ist das Prosa, Lyrik, Essay? Klassifizieren lässt sich Rüters Text "Affenliebe" nicht. Er wirkt.