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Redet sich der ÖFB die WM schön, Peter Schöttel? | DBLDW-Bonusrunde mit Peter K. Wagner
20/07/2026 | 45 minEin Monat Vereinigte Staaten, und daheim ist er noch immer nicht. "Es dauert wirklich", sagt Peter Schöttel am Tag nach dem Finale, und man glaubt es ihm sofort. Der ÖFB-Sportdirektor sitzt bei uns, während der Rasen in New Jersey noch warm ist, und beginnt damit, dass er uns korrigiert: Nein, Österreich war nicht das einzige Team, das gegen beide Finalisten gespielt hat. Kap Verde auch. Nur verloren hat es einzig Rot-Weiß-Rot.
So geht das dann weiter, ein ganzes Gespräch lang: heimkommen, einordnen, Maß nehmen. Unter die besten 32, das war der Anspruch, das war das Ergebnis. Dazwischen ein Algerien-Spiel, das Schöttel in seinem langen Fußballleben so noch nicht erlebt hat, mit einem Gijón-Gespenst, das die Algerier im Hotel wochenlang mitschleppten, mit Mahrez in der 93. und Kalajdžić in der 96. Dann 0:3 gegen den Weltmeister, dann Tränen in der Kabine von Los Angeles, dann Rekordmann Arnautović weg und ein Kader, in dem sich die Hierarchie neu sortiert. Was von der U17-Generation trägt, was Verletzungen schon gekostet haben, wie nah Ralf Rangnick wirklich an Milan war, und warum ein Telefonat von Donald Trump beim ÖFB bis heute im Magen liegt, alles drin.
Und dann kommt der Teil, der uns eigentlich am meisten angeht. Denn während oben die Weltmeisterschaft ausklingt, beginnt unten die Umbauarbeit: vier Regionalligen statt drei, ein Süden, der im Herbst im eigenen Bundesland bleibt, ein Norden, der mit fünfzehn Mannschaften startet, weil in Salzburg zu viele abgesagt haben, und am Ende zwei Türen in die 2. Liga, ausgelost statt verdient nebeneinander. Schöttel erzählt, wie dieses Modell entstanden ist, und sagt einen Satz, der ehrlicher ist als jede Presseaussendung: Der beste Konsens für alle sei eben nur ein Konsens.
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➡️ Peter K. Wagner- Die Wikinger bauen ihr Schiff neu — und der Erste, der wieder an Bord geht, kennt das Deck schon: Stefan Schwab, sechs Jahre auf hoher See — fünf in Griechenland bei PAOK, eines an der Förde bei Holstein Kiel — legt im Innviertel an, dort, wo laut gegnerischen Trainern das unangenehmste Auswärtsspiel der Saison wartet. Geschäftsführer Wolfgang Fiala erklärt, warum der aktuelle Umbruch kein Zweijahresplan mehr ist wie beim letzten Mal, sondern ein kontrollierterer: Antonio van Wyk ist für den Rekordbetrag von über einer Million Euro nach Südafrika weitergezogen, doch die Werft läuft weiter — mit Jaedin Rhodes kommt bereits der nächste Südafrikaner, mit Samuel Chukwudi der erste Färinger der österreichischen Bundesliga-Geschichte überhaupt. Am Steuer steht ein neuer Kapitän, den in Österreich kaum jemand auf dem Zettel hatte: Mario Despotović, zuletzt Sportdirektor beim Wadi Degla FC in Kairo, davor Stationen bei Hajduk Split und in Kanada. Sein Auftrag: die Ried-Handschrift verfeinern — hoch pressen, jeden Gegner unbequem machen. Das Ziel bleibt trotzdem bescheiden: Klassenerhalt, so früh wie möglich. Stefan Schwab wurde der Gruppe „Sechs-Jahre-Auslandssemester" hinzugefügt.
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🟪 Discord - In Bernstein steht ein Felsenmuseum, im Naturbad lauern die Zerkarien, und ein Mann hat dort aus einem Brocken Edelserpentin eine Schildkröte geschnitzt. Ein Sommer, in dem aus Steinen etwas Neues wird — passender könnte das Bild für diese Runde nicht sein.
Denn in Salzburg schnitzt Marcus Mann gerade an einer komplett neuen Mannschaft und lässt dabei keinen Stein auf dem anderen: Mads Bidstrup weg, Alexander Schlager ablösefrei nach Bremen, ein neuer Cheftrainer, ein neuer Staff — und nach fünfzehn Jahren sogar der Zeugwart. Zurück bleibt ein Neunzehnjähriger, den sie zur Nummer eins meißeln, und mit Haris Tabaković ein Strafraumbrocken, wie ihn Salzburg jahrelang nicht im Kader hatte. Wir bewerten beide Transfers, und Salzburg-Kenner Christoph liefert dazu die Bruchkanten aus dem Klub.
Der GAK dagegen hebt einen Findling aus einem Jahr Vereinslosigkeit: Cican Stanković, 348 Pflichtspiele, sechs Meistertitel — und seit dem Sommer 2025 kein einziges davon. Fabios Urteil fällt härter aus, als es dem Grazer Publikum lieb sein wird. Dazu Petar Marković aus Bologna und Leon Klassen fix.
In Hartberg wiederum splittert das schönste Stück ab: Elias Havel zieht seine Ausstiegsklausel und stürmt für zwei Millionen in die Serie A — nur bleibt bei den Oststeirern weniger hängen, als das Wort Millionentransfer verspricht. Der LASK verdient mit. Im Lavanttal schleift man den Kader ebenfalls neu, Thierno Ballo geht nach Saint-Étienne, Ryan Ogam nach Lüttich. Bei der Austria ersetzt Ibrahim Buhari den geschliffenen Tin Plavotić.
Und dann noch die Testspiele: Sturm zerlegt Sanfrecce Hiroshima 5:1 ausgerechnet in Stuben, Emran Soglo überzeugt links, Szymon Włodarczyk sieht plötzlich nach Stürmer aus. Dazu Timon mit 2 Minuten 2. Liga (die keine zwei Minuten sind), eure Community-Fragen und ein Orakel, das Peter zerbrochen hat.
Cican Stanković gefällt das. Marcus Mann wurde der Gruppe „Kein Stein bleibt auf dem anderen" hinzugefügt.
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➡️ Fabio Schaupp
➡️ Peter K. Wagner "Wir hatten bei der Austria 16 A-Nationalteam-Spieler!" - Andreas Lasnik im dbldw-Sommergespräch
08/07/2026 | 1 h 28 minManche Karrieren enden mit dem letzten Pfiff. Die von Andreas Lasnik hat danach erst richtig angefangen — nur eben auf einem anderen Platz.Der Voitsberger kam als Linksfuß-Spezialist, der Freistöße mit chirurgischer Präzision ins Kreuzeck setzte — einer davon in der 88. Minute am vorletzten Spieltag, der der SV Ried den Wiederaufstieg sicherte. Bei der Austria Wien fand er seinen Zenit: Double-Gewinner 2006, Cup-Held 2007, Europacup gegen Benfica und Ajax, und Mitspieler in einer Mannschaft, die 16 A-Nationalspieler auf einmal im Kader hatte. Eine Dichte, die heute im österreichischen Fußball niemand mehr kennt. Danach folgten Deutschland, die Niederlande — wo ihn die BILD kurzerhand zum "Tivoli-Beckham" ernannte, nachdem er bei der Mailänder Modewoche für Dolce & Gabbana vor der Kamera stand — und schließlich Griechenland, bevor das Kapitel Profifußball 2016 in Kapfenberg leise zu Ende ging.Was danach kam, hat kaum jemand erwartet: kein Trainerschein, kein Sportdirektoren-Posten, sondern die Rückkehr in den Familienbetrieb. Gemeinsam mit Vater Gerald und Bruder Martin entwickelte er den Eyeshaker — ein patentiertes Brillenreinigungssystem, Made in Styria — und die Marke SEEOO, die heute bei einem gewissen David Alaba auf der Nase sitzt. Und weil das Leben Sinn für Dramaturgie hat: Der gesamte aktuelle Kader der Wiener Austria trägt heute seine Brillen. Er hat für den Verein Tore geschossen — jetzt sorgt er dafür, dass die Mannschaft das Tor überhaupt sieht.Andreas Lasnik wurde der Gruppe "Zweite-Karriere-Vorbilder" hinzugefügt.
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➡️ Fabio Schaupp- Mit Samuel Chukwudi holt die SV Ried den ersten Färinger der Bundesliga-Geschichte. Es handelt sich um einen Innenverteidiger mit annäherenden Havenaar-Maßen, der sich in Finnland warmgelaufen hat und jetzt seine erste große Bühne sucht. Anderswo dagegen sucht man vor allem eines – Qualität. Ralf Rangnick bringt es nach dem 0:3 gegen Spanien auf den Punkt, und mit Marco Arnautovics Rücktritt schließt sich das letzte Kapitel einer Generation, für die noch niemand einen Nachfolger gefunden hat. Wir bleiben trotzdem lieber dort, wo die eigentliche Musik spielt: am Transfermarkt der eigenen Liga. Salzburg dreht das größte Rad des Sommers – verkauft Kapitän Mads Bidstrup für 10,5 Millionen nach Lyon und holt sich mit dem 19-jährigen Bartosz Mazurek aus Bialystok gleich den nächsten Königstransfer. Zumindest für kommenden Winter. Der LASK gibt Maximilian Entrup Richtung Braunschweig ab, während Hartberg sich über gar nicht so viele Millionen für einen Torhüter freut. Und weil ihr es so wollt, brüllt Timon weiter.
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Acerca de Die beste Liga der Welt
Fabio Schaupp ist Fußball-Scout – und schaut zu viele Spiele der Admira U16. Peter K. Wagner ist preisgekrönter Fußballjournalist – und trinkt montags am liebsten Ginger Beer. Thomas Seidl ist Stadionsprecher des SK Sturm Graz – hat aber für einen anderen Grazer Verein in der Jugend gegen David Alaba gezaubert. Gemeinsam binge-watchen die Traditionspodcaster (#seit2018) nicht Premier League oder streamen La Liga. Für das #dbldw-Trio gibt es nur eine beste Liga der Welt: die österreichische Bundesliga.
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